Wer die Schattenseiten der Liebe verarbeitet, der spürt den wahren Schmerz des Lebens. Erst wenn er sticht, brennt und alle Sinne narkotisiert, ist man am Ziel angelangt. Doch vor der endgültigen Befreiung meldet sich eine innere Stimme. Wohin soll die Reise gehen? Verkriechen wir uns fortan in dunkler, selbstzerstörerischer Einsamkeit? Oder begegnen wir dem neuen Morgen mit einem hoffnungsvollen Lächeln?

Die Wahl-Berlinerin Alexandra Janzen entscheidet sich für die Hoffnung; denn sie weiß: Ein Herz bleibt nicht einfach so stehen, und ist der Kummer auch noch so groß! Folgen wir unserem Inneren, so sind wir angehalten, zu lernen, uns von Vergangenem zu lösen und jeden kommenden Augenblick als ein Geschenk an uns zu erkennen. Manch einem hilft dabei ein musikalischer Begleiter. Alexandras in Klang gegossener Gefährte heißt “Mein Herz”; ein Song, der einem melancholischen Soundpflaster gleichkommt. Getragen von einem sanften Pianothema, steigert sich die – umgeben von zarten Streichern und akzentuierten Snaretupfern – schwebende Ode an die Hoffnung in ein hymnisches Finale. Dabei stets im Vordergrund: Alexandras charismatische Stimme. Glasklar, aber dennoch mit viel Tiefe und Ausdruck, bahnt sich ihr Timbre einen Weg in die Herzen gebrochener Liebender. Das Ergebnis: Heilung – auf ganzer Linie.

Alexandra Janzen weiß, wie wir unserem Seelenschmerz am besten begegnen: mit Authentizität, Gefühl und Harmonien, die auch die letzten Fesseln lösen. Der gefühlvolle Song “Mein Herz”, den Alexandra wie all ihre anderen Lieder selbst komponiert und getextet hat, ist der Vorbote eines EP-Pakets, das sich im kommenden Jahr unter dem Titel “Ich Mach Jetzt Blau” auf die Reise begeben wird.

Komplett live eingespielt und verewigt im Internashville Recordings Studio – der hauseigenen Reglerzuflucht der Herren Völkel und Vollmer (The BossHoss) – verpasst das Debütwerk der ausgebildeten Rock/Pop/Jazz/Chanson-Bardin aus der Hauptstadt dem deutschsprachigen Pop-Genre einen glänzenden Neuanstrich. So präsentiert sich der Titeltrack beispielsweise als ein trippelnder Piano-Ritt, der dem Alltagsstress den Stinkefinger zeigt. Schwungvoller Kammerpop im Namen der Freiheit (“Ich Bleibe Hier”), sowie ein melancholisch groovender Tritt in Richtung Leistungsgesellschaft (“Wesentlich”) komplettieren das Ganze wahlweise mit bedächtigen oder luftig lockeren Vibes.

Liebhaber tiefgründiger Deutschpop-Kunst, die zum ersten Mal mit dem Namen Alexandra Janzen konfrontiert werden, kommen hier ebenso auf ihre Kosten, wie die, die Alexandra Janzen bereits kennen. Letztere werden nur nicht ganz so überrascht sein von der langlebigen Qualität des Präsentierten. Alexandra Janzen ist nämlich längst kein Business-Neuling mehr. In der ehemaligen DDR als Tochter einer deutschen Konzert-Gitarristin und eines russischen Folkloresängers und Philosophen groß geworden, entfachte in Alexandras Innerem schon frühzeitig die Leidenschaft zur Musik. Zwischen klassischem Pop, Jazz, Rock und Chanson pendelnd, entschied sie sich zunächst für den Band-Weg, der sie über den deutschsprachigen Raum sogar bis ins ferne China führte. Nach beeindruckenden Oha!-Livemomenten mit Beth Ditto und Jan Josef Liefers fand jedoch ein Umdenken statt. Die Folge: Alexandra schnürte ihre Soloschuhe und begab sich mit ihrem Klavier und ihrer Stimme auf die Reise in das eigene Ich. Dort angekommen trifft sie auf die wahren Bausteine des Lebens, wie die Liebe und das Loslassen, die Freiheit des Einzelnen, die Gefühle wie Hoffnung, Trauer, Schmerz und Freude.

All das muss jetzt raus. Die Welt soll teilhaben an all den losgelösten Emotionen, die – eingehüllt in eine musikalische Mixtur aus Pop, Rock und Chanson – nur ein Ziel vor Augen haben: die ultimative Verschmelzung von Musik und Hörer.